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Dauer
ca. 45 Minuten
1.)
Fuggerstraße 1
Ludwig-Ganghofer-Stätte im Landgasthof Hirsch
Anlässlich
des 150. Geburtstages am 7. Juli 2005 von der Regio Augsburg, dem
Naturpark Augsburg – Westliche Wälder
e.V. und dem Wirt Klemens Kugelmann eingerichteter, mediendidaktisch
konzipierter Informationsraum über Ludwig Ganghofers Kindheit
und Jugendzeit in Welden und deren prägenden Einfluss auf
Leben und Werk des Schriftstellers.
Der stattliche Gasthof selbst
wird erstmals 1598 urkundlich als „Schwarzer
Adler“ erwähnt und besitzt das Metzger-, Back-, Brau-
und Brennrecht. Besitzer sind zeitweilig auch die Fugger. Heute
ist der Landgasthof eine beliebte Einkehr. Zu Ganghofers Zeiten
spricht der Volksmund nur vom „Rollewirt“. Ludwig und
seine Freunde suchen verbotenerweise öfter im Heuboden nach
Hühnereiern. Bei der kirchlichen Beichte wird ihm vom Pfarrer
als Buße auferlegt, bei der Wirtin persönlich Abbitte
zu leisten. Ludwig schämt und ziert sich, ganz im Gegensatz
zu seinen Freunden. Des Rätsels Lösung: Die beiden anderen
jugendlichen Eierdiebe kommen ungerechterweise mit drei „Vater
unser“ als Buße davon.
Nördlich weiter bis zum
2.)
Marktplatz von Welden
Ludwig Ganghofers persönliche Erinnerung an Welden ist gleichzeitig
eine theatralische Inszenierung und Bebilderung einer reinen und
heilen Welt mit Manns- und Weibsbildern in klassischer Heimatstück-Rollenbesetzung.
Weldener Menschen heute? Hinschauen! Draufzugehen! Ins Gespräch
kommen!
„Auch das ganze liebe, lachende Dorf hat beigesteuert
zu dieser hellen Mitgift meines Lebens. Aus zehn Jahren meiner
Kinderzeit in Welden weiß ich mich unter den Dorfleuten keines
schlechten Kerls zu erinnern, keiner gemeinen Sache, keines Menschenschrecks,
der mir einen üblen Schatten in die kindliche Seele hätte
werfen können. Nur selten hörte man was von einem Diebstahl,
von einer groben Gaunerei, von einer richtigen Niedertracht.“
„Ein fester und unverdorbener Schlag! Die erwachsenen Bauern
meist hager, mit harten und klugen Gesichtern; die Handwerksleute
behäbiger; die jungen Burschen sehnig, stramm und flink; die
jungen Weibsleute hübsch, mit reichlichem Haarwuchs, mollig
gepolstert, heiter und schwatzlustig. Die Art, wie sie lebten und
liebten, hatte immer das Gesicht einer reinlichen Gesundheit.“
Nächste Straße
links/westlich zur
3.)
Ganghoferstraße 4
Die alte Forstdienststelle (1859 – 1865)
In Welden gibt es anfangs
kein eigenes Forsthaus. Nach einem notdürftigen
Umbau wird in dem Anwesen eine Dienstwohnung für die Familie
Ganghofer angemietet. Im „Lebenslauf eines Optimisten“ finden
wir dazu Schlüsselstellen für Ludwigs frühe Liebe
zum Theater und seine ersten literarischen Versuche. Später
schreibt er sogar ein Märchenbuch, das er seiner Mutter widmet – sicher
aus Dank für das Erwecken dieser faszinierenden Welt Ganghofer’scher
Fantasie und Illusionen in ausdrucksstarken Wortbildern.
„Vom
Söller vor der Kinderstube ging eine Stiege zum
großen, dämmerigen Bodenraum hinauf, zu diesem Seligkeitsreiche
unter dem elterlichen Dache. Hier konnte man nach Fledermäusen
jagen, konnte durch die Dachluken mit dem Blasrohr Erbsen und Lehmkügelchen
auf die steifen Bauernhüte hinunterschießen. ... und
in einer Kiste wurde hier der kostbarste von unseren Kinderschätzen
verwahrt, das große ‚Figurentheater’, ... Die
tischgroße Bühne wurde mit kleinen Lämpchen beleuchtet,
hatte ein griechisches Portal mit rotem Vorhang, Pappfiguren an
Drähten und Klappkulissen mit vier Dekorationen: Grafenzimmer
und Bauernstube, Schloßhof und Wald. Auf diesem Theater konnte
man zwei Märchen spielen: Dornröschen und Rotkäppchen.
Ich war der Schauspieldirektor, der alle Figuren reden ließ,
und meine Schwester und Doktors Elsbethle waren das unersättliche
Publikum.“
„… im Alter von acht Jahren [verfaßte ich]
mein erstes Theaterstück: ‚Die heilige Genoveva‘.
Ein Stück, das ... von lebendigen Menschen auf einer wirklichen
Bühne gespielt werden sollte! ... Sie wurde nur ein einziges
Mal und nur zur Hälfte aufgeführt und erlebte einen blutigen ‚Durchfall’.
Ich spielte den frommen Ritter...“ Doch nach zahlreichen,
zum Teil blutigen Inszenierungspannen verbietet der Autor und Regisseur
das Stück wegen „Gefährdung der öffentlichen
Sicherheit“.
„Und wenn sie (Anm.: die Mutter) aus diesen Bändchen
vorlas oder, was häufiger geschah, mir eins von den Goetheschen
Liedern auswendig vorsagte, das war immer wie Gottesdienst.“ „Für
alles, was Wort hieß, was in Versen klang, hatte ich ein
flinkes und dauerndes Gedächtnis“.
In dem damals feuchten
Haus erkrankt die Mutter an Typhus. Grund genug, 1865 ein neues
Forsthaus zu bauen. Das alte Haus brennt 1924 ab und wird neu gebaut.
4.)
Laugnabrücke
„Meine klare und sichere Heimat, die ich
bis ins kleinste kannte, das war und blieb die Bachgasse...“ mit
Blick „nach
der großen Holzbrücke, die man die ‚Mucklsbruck’ nannte,
weil sich auf ihrem Geländer ein heiliger Nepomuk in schwarzem
Talar und weißem Chorhemd erhob, der ein hölzernes Gebetbuch
zärtlich an sein Brust drückte; unter seiner linken Achselhöhle
war immer ein Spatzennetz.“
Neben der heutigen Laugnabrücke steht eine große Orientierungskarte.
Auf ihr ist der Laugnalauf erkennbar. Sie ist der zentrale Bach
des Schwäbischen Holzwinkels, entspringt bei Adelsried an
der Autobahn und mündet nach ca. 22 Kilometern bei Wertingen
in die Zusam, die ihrerseits nach weiteren 19 Kilometern in Donauwörth
in die Donau mündet. Ihr Name leitet sich vom keltischen Begriff
für „kleines Wasser“ ab und verweist damit auf
die Kelten, deren weiteres Zeugnis die Viereckschanze bei Reutern
darstellt. Wenn immer möglich, sind Ludwig und die anderen
Lausbuben an der Laugna zum Schwarzfischen und anderen Streichen
unterwegs.
„ .. an Gefahr dachten wir damals nicht, nur an etwas Schönes.
Uns konnte doch nichts passieren! Wir hatten ja unser ‚Sprüchle’ und
waren ‚fest’. Ohne schwimmen zu können, bin ich
ein paarmal in die Laugna gefallen, wo sie am tiefsten war“ „… zum
Schlusse dieser Zauberformel [musste man] die Daumen einziehen,
die Fäuste nach rückwärts strecken und dabei mit
geschlossenen Augen gegen die Sonne rufen…: ‚Fescht!
Fescht! Fescht!‘ Mit geschlossenen Augen! Ich glaube, das
war das wichtigste an diesem Zauber.“
Ich war „erfüllt von einem trotzigen Knabenmut, der
immer stärker war als meine Kraft; immer durchzappelt von
einer ruhelosen Aufregung; unersättlich in der tollenden Freude;
leichtgläubig und vertrauensselig; immer mit einem surrenden
Traum im heißen Bubenköpfl, immer durchzittert vom brennenden
Erwarten einer schönen Sache.“
„ ... mein Lehrmeister im Fischen, im Pfeilschnitzen und
Balesterschießen (=Armbrust-Kugelschießen), im Drachenbau
und Vogelfang ... war der Onkel Xaveri (Anm.: Vater seines Freundes
Alfons aus der Laugnastraße 9). In meiner Skizzensammlung „Die
Jäger“ hab’ ich von ihm eine kleine merkwürdige
Geschichte erzählt, bei der ich lernte, dass ...“ „Diesem
ruhigen Manne hab ich viel zu danken – nicht nur das eine,
dass ich geschickte Hände bekam.“
Am neuen Schulhaus
vorbei zur
5.)
Uzstraße 3 (neben der Kirche)
Das (abgebrochene) alte Schulhaus
Wie’s sich der Ordnung halber gehört: Kirche, Schule
und Wirtshaus bilden früher zusammen den Ortskern von Welden.
Das 1820 erbaute alte Schulhaus aus Ludwig Ganghofers Zeiten ist
längst abgebrochen. Welchen Wert Ludwig Ganghofer seiner vierjährigen
Weldener Schulbildung (1861 – 65) beimisst, bedarf keines
weiteren Kommentars.
„Von dem Entwicklungsgang der Weisheit, die da vor hundert
Kindern verzapft wurde, ist mir wenig in Erinnerung geblieben...
die Kunst des Rechnens... hab ich nie gelernt, auch später
nicht.“
Nebenan
6.)
Uzstraße
Barocke Pfarrkirche Mariä Verkündigung
Weldens Pfarrkirche
ist ein kunsthistorisches Barock-Juwel aus dem Jahr 1731 im Wessobrunner
Stil, Fugger’sches Sponsoring
respektabel zur Schau stellend. Joseph Schmuzer als Baumeister
und Stuckentwerfer, Matthäus Günther als Freskant, Balthasar
Amann, Stephan Luidl, Matthäus Gundelach, um nur einige Künstler
zu nennen – alles, was seinerzeit im süddeutschen Kirchenbau
Rang und Namen hat, darf und soll das Gotteshaus mitgestalten.
Barock geprägte Volksfrömmigkeit fand und findet hier
ihren gemeinsamen sonntäglichen Festsaal. Ludwig Ganghofer
kennt die Kirche, so wie sie sich heute noch zeigt, bestens.
Erst durch seine ansehnliche Spende kann 1919 die Orgel angeschafft
werden, die noch heute die volksfromm-ausdrucksstarken Gottesdienste
musikalisch zur barocken Feier werden lässt.
„Ich wurde Ministrant, trug mit Stolz die rote oder schwarze
Kutte, ... lernte mit Vergnügen die lateinischen Gebete, die
ich außerhalb der Kirche bei allen unpassenden Gelegenheiten
anwandte, und... freute[…] mich besonders darüber,
daß mich die Eigenart meines Ministrantendienstes mehr aus
der Kirche entfernte, als in der Kirche festhielt.“ „… überkamen
mich doch immer wieder selig-süße Minuten, in denen
ich vor dem Altar, beim Rauschen der Orgel und im Duft der Weihrauchwolken
allen irdischen Boden verlor und mit träumerisch verzückter
Knabenseele gen Himmel flog.“
7.)
Uzstraße 6
Pfarrhof
Hochwürden Pfarrer wohnt dort, zu Ludwig Ganghofers Zeit
ein „großmächtiges, breitschultriges Mannsbild“,
der „dritthalb Zentner wog“ zusammen mit seiner an „Menschenfreundlichkeit
und Gewicht ihm ebenbürtige[n] Wirtschafterin“. „Wären
die beiden Mann und Frau gewesen, sie hätten nicht wohliger
zusammen hausen können.“
Diese das Zölibat sehr liberal lebenden Vorbilder prägen
die Religiosität Ludwigs ebenso wie sein Ministrantenamt,
und natürlich auch die Religiosität seiner Eltern. Ihm
gefällt „jene seltene Art von Religion, die den Menschen
glücklicher, lebensruhiger, froher und zufriedener macht“,
wie sie das „Pfarrherrle“ von Hegnenbach vorlebte.
„Von diesem Gotte liebte die Mutter zu sagen: ‚Mein
Herrgöttle ischt ein seelenguts Männdle!... Kirch ischt
allweil und überall!‘ Drum hatte sie… auch keine
steinerne Kirche nötig, kein Dogma und keine Formel.“
Der Vater glaubt an einen „Gott, der ruhelos gegen die Schatten
seines eigenen Lichtes, gegen die widerstrebenden Kräfte seiner
eigenen Schöpfung rang – Monismus, der sich wundersam
vermischte mit pantheistischen Vorstellungen, die das jahrzehntelange
Leben in der Natur meinem Vater gegeben hatte, mit buddhistischen
und platonischen Ideen, mit Träumen von einer läuternden
Wanderung der Seele.“
8.)
Uzstraße 9
Haus des pensionierten Revierförsters Bauer, Vorgänger
von August Ganghofer
Wie so oft im Leben, macht der Vorgänger seinem Nachfolger
das Leben „mit allerlei Hetzereien“ schwer, „bis
eine Haussuchung bei dem würdig aussehenden Herrn zwei gewilderte
Rehgeißen im Keller fand. Dann war Ruhe.“
Sind da nicht schon Wilderer-Abenteuer und „Schurkenrolle“ späterer
Heimatromane vorgezeichnet?
Südlich geradeaus weiter
9.)
Uzstraße 2
Bäckerwirt
Das heutige, stattliche Anwesen mit der Gaststätte, ortsüblich
nur „Unteres Schloss“ genannt, dient von 1765 bis
1803 als Amtshaus der Markgrafschaft Burgau, die wiederum ein Teil
der vorderösterreichisch-habsburgischen Lande ist. Ludwig
Ganghofer holt hier im Krug Bier für den Vater, wie das früher
so üblich ist.
10.)
Bahnhofstraße 15
Ganghofer’sches Forsthaus (Erinnerungstafel)
1865 ein „prächtiges Haus mit hübscher Veranda
und lustiger Altane. Ein Garten, so groß, daß man den
Atem verlor, wenn man rings um den Zaun herumlief, ohne anzuhalten!“ Im
Erdgeschoss der Wohnbereich und die Forstkanzlei. Oben Schlaf-
und Fremdenzimmer. Und ganz oben Ludwigs
„ ‚Buebestüble’, eine[…] gemütliche[…]
Mansarde unter dem Dachgiebel, ... durch das ich fast alle Häuser
des Dorfes, den Theklaberg und das lange Tal der Laugna ... überblicken
konnte.“ Ludwig erkrankt unter einem scheinbar rätselhaften
Gehirnleiden, „wie Papa sich auszudrücken pflegte, an
der ‚Geländeritis‘ “, das den Ludwig instinktiv
zum Rutschen über alle vorhandenen Treppen- und Brückengeländer
verführt – auch noch als Erwachsenen. Rasch wird das
Haus geselliges Zentrum der Verwandtschaft, besonders zu den Festtagen,
und des ‚Konsumvereins’, einer geselligen Holzwinkler
Honoratiorenrunde.
Seit der Forstreform 1973 dient das Gebäude als evangelisches
Gemeindezentrum St. Thomas. Im ehemaligen Ökonomiegebäude
befindet sich heute das Gotteshaus.'
Weiter über die Talstraße
zur Laugna. Rechts folgt der Holzwinkelsaal. Abschließender
Höhepunkt ganz im
Sinne des Wortes: Von der Fuggerstraße weniger steil über
den Neuleblangsteig hinauf zum Theklaberg. Direkte Variante: nördlich
bis zum Marktplatz und die steilen Stufen des Theklaberges hinauf.
Auffahrt ist auch mit dem Pkw über Fuggerstraße, Galgenberg
und Lauterbrunner Straße möglich (Parkplatz).
11.)
Theklaberg: Rokoko-Klosterkirche St. Thekla
Nach einem Gelübde von Graf Joseph Maria Fugger von Wellenburg
1755 in dominanter Lage hoch über Welden nach Plänen
des besten schwäbischen Rokoko-Baumeisters, Hans Adam Dossenberger,
errichtet. Eindrucksvoll freskierte illusionistische Altäre
von Johann Baptist Enderle ergänzen sich mit den verspielten
Stukkaturen Franz Xaver Feichtmayrs des Älteren, den Deckenfresken
zum Leben der Heiligen Thekla von Balthasar Riepp und den beiden
Stifteraltären an den Langhauswänden. Ein schwäbisches
Rokoko-Kleinod in einer Lage, die Hochstimmung erzeugt. Das spürte
auch schon Ludwig Ganghofer:
„Hoch droben auf diesem Berg lag eines von den Märchengefilden
meiner Kindheit.“
Und der Vater August lässt 1869 die Linden pflanzen, die
heute zu einer prächtigen Lindenallee zusammengewachsen sind
und zur Promenade einladen.
Zurück zum Ausgangspunkt
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insgesamt 8 Km;
ca. 1,5 Stunden Gehzeit
1.) Ausgangspunkt Landgasthof Hirsch mit
Ganghofer-Stätte
in Welden.
Naturpark-Wegweisern und –markierungen auf unbefestigtem,
ebenem Wanderweg (Parkplatz am Waldrand) in einer weiträumigen,
idyllischen Waldlandschaft südlich folgend zum Ganghofer-Brunnen
unterhalb der Schneeburg und weiter zur Ludwig-Ganghofer-Hütte
im Laugnatal.
Als Förstersohn wächst Ludwig Ganghofer mit dem Wald auf,
wo doch der Vater schon immer „etwas Frohes und Mildes in
der Stimme“ hat, „wenn er von ‚seinem’ Walde
sprach“. Bei ihm kummulieren alle mit Wald verbundenen Gefühle
in mystisch verklärten Hochstimmungen und in der „Qual
der Waldliebe“.
„Und erst der Wald! Du rauschende grüne Seligkeit!
Du redendes Buch des Werdens und Vergehens! Du unerforschliches
Geheimnis, du lachende Klarheit! Brunnen aller Dinge, die gesund
sind! Heimat aller schönen und zufriedenen Träume! Und
jeder Tod in dir ist neues Leben!“
„... immer steht mir zwischen schönen Dingen der Wald
als das schönste, immer war mir da ein frohes Zittern im Blute,
ein Jubelschrei in der Kehle, ein Staunen in den Augen. Und das
ist seit damals so in mir geblieben bis zum heutigen Tage.“
Die Ludwig-Ganghofer-Hütte wird 1985 als überdachter
Einkehr- und Mußeplatz am Fuße des Schwarzbrunnenberges,
des liebsten Waldreviers Ludwig Ganghofers, vom Naturpark Augsburg – Westliche
Wälder e.V. errichtet. So oft er sich hier herumtreibt, immer
gibt es etwas Neues und Aufregendes zu entdecken, so auch einen „Wald
von brennenden Christbäumen“, „drei Vaterunser
lang“ – ein seltenes Elmsfeuer mit elektrischen Entladungen
an den Wipfeln.
Links/östlich weiter leicht ansteigend
zur
2.) August-Ganghofer-Forsthütte
Die wundervoll idyllisch gelegene,
stets verschlossene Diensthütte
geht auf Ludwig Ganghofers Vater August zurück. Der lässt
im Zuge seiner Forstreform in den Gehauen Hütten bauen, als
Wetterschutz ebenso wie zur Vermeidung langer Anmarschwege. Für
die nicht informierten Einheimischen bieten diese zumeist idyllisch
gelegenen Diensthütten rasch und anhaltend Klatsch-Stoff für „Wilderer-G’schichtle“ und
amouröse Förstererlebnisse. Ursprünglich steht die
Ganghofer-Hütte an anderer Stelle, wurde jedoch in die aufgelassene
Sand- und Schottergrube umgesetzt. Den heute noch anstehenden eiszeitlichen
Schotteraufschlüssen gilt das ganze wissenschaftliche Interesse
des späteren Schwiegersohns Albrecht Penck, der daraus seine
Theorie der Eiszeitalter entwickelt. Noch heute kommen Geologen
aus ganz Europa zu Forschungen hierher. Albrecht Penck wird damit
berühmt. Unklar bleibt, woher der Berliner die exzellente
Ortskenntnis solcher Aufschlüsse mitten in den weiten Wäldern
hatte. Vielleicht auch von seinem späteren Schwager Ludwig
Ganghofer?
Irgendwo in diesem Wald liegt immer noch Ludwig Ganghofers
Schatz vergraben. Die Köchin Ottil hatte ihn dazu mit ihren G’schichtle
animiert.
„So krapste ich eines Tages alles zusammen, was ich daheim
an Gold und Silber erwischen konnte: mein Patenbesteck, die silbernen
Löffel meiner Mutter, Papas goldene Uhr und goldene Kette.
Und diesen ganzen Schatz, ein paar hundert Gulden an Wert, vergrub
ich im tiefsten Dickicht des Schwarzbrunner Waldes.“
Weiter
leicht ansteigend zum Abstecher Richtung Bonstetten
3.)
Ganghofer-Quelle
Waldoase inmitten Ludwigs Lieblingswald mit Quellfassung
und Brunnentrog
Zurück und an der Waldwegkreuzung mit den Bienenstöcken
links haltend zum
4.) Burgstall „Schneeburg“
Möglicherweise existiert hier schon zur Bronze- und Keltenzeit
eine Burganlage oder Schanze. Die heutigen Gräben und Wälle
stammen aus dem Mittelalter, wo sie als palisadenbestandener Schutz
einer ungarnzeitlichen Burganlage dienen (um 1000 n. Chr.; Informationstafel
am Hangfuß). Von der Waldbank an der westlichen Hangkante
genießt der Wanderer einen herrlichen Blick auf das Laugnatal.
Zuletzt
südlich hinab ins
5.)
Laugnatal und zurück nach Welden
oder südlich weiter über
Ehgatten und den Landrat-Dr.-Frey-Weg zum Anschluss an Tour 3;
oder als Variante (+ 8 km) auf markierten
Naturpark-Wanderwegen zum Staufenberg, mit 575 Metern Höhe die relativ höchste
Erhebung des Alpenvorlandes.
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