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Ludwig
Ganghofer: eine Gedenkstätte
als Geburtstagsgeschenk für den Eierdieb
Die „Ganghofer-Stätte“ in Welden erinnert an
die Kindheit des „Alpenkönigs“
Augsburg (pm.) Seine Geburtsstadt Kaufbeuren feiert Ludwig Ganghofers
150. Geburtstag – und die Medien stürzen sich auf dieses
Thema. Denn der Heimatschriftsteller und Alpenkönig ist nicht
nur „der“ Bestsellerautor des späten 19. und frühen
20. Jahrhunderts und der bis heute meistverfilmte deutsche Autor.
Ganghofer war auch liberaler Avantgardist, Vorkämpfer für
die Freiheit des Wortes, Kunstmäzen und Entdecker Karl Valentins
und Rainer Maria Rilkes. Was bislang kaum beachtet wurde: Geprägt
wurde Ganghofer weniger durch die Geburtsstadt, sondern vielmehr
durch Welden im Schwäbischen Holzwinkel. Hier verbrachte er
seit dem vierten Lebensjahr Kindheit, Schulzeit und den Großteil
seiner Jugend. Jetzt macht Welden mit einer am 7. Juli eröffneten
Ganghofer-Stätte auf diesen Einwohner der Jahre 1859 bis 1873
aufmerksam.
Mehr als 33 Millionen Bücher Ludwig Ganghofers wurden verkauft.
Und noch heute ist er der meistverfilmte Schriftsteller Deutschlands.
Als Beststeller-Autor, aber auch als Freund von Frank Wedekind
und Ludwig Thoma, als Entdecker des Komikers Karl Valentin und
des Dichters Rainer Maria Rilke, als liberaler Vorkämpfer
literarischer Freiheit und Lieblingsautor des
erzkonservativen Kaisers Wilhelms II. wurde Ganghofer bekannt. Die Aufführung
des „Herrgottschnitzers von Ammergau“ in Berlin machte ihn 1880
mit einem Schlag in ganz Deutschland berühmt. „Schloss Hubertus“, „Der
Mann im Salz“, „Das Schweigen im Walde“ und zahlreiche weitere
Werke wurden Bestseller, über 50mal wurden seine Bücher zum Kinostreifen.
„Sic transit gloria mundi – so vergeht der Ruhm der
Welt“: Als Mitarbeiter eines Filmteams im Juni 2005 eine
Befragung in der Augsburger Fußgängerzone durchführten,
wussten nur wenige Passanten mit dem Namen Ganghofers etwas anzufangen. „Der
war Musiker“, mutmaßte eine ältere Dame, und ein
Jugendlicher glaubte sich gar zu erinnern: „Der hat doch
' Mein Kampf ' geschrieben“.
Das wohl weniger, auch wenn der
lebenslustige Autor und Liebling der Gesellschaft gegen Ende seines
Lebens den fatalen Fehler beging, als patriotisch gesinnter Kriegsberichterstatter
1915 an die Weltkriegsfront zu eilen. Dafür wurde er prompt
von jenem Satiremagazin „Simplicissimus“ verrissen,
für das er sich Jahre zuvor als Kämpfer gegen die Zensur
eingesetzt hatte. Die vielen Facetten des als „ „Heimat-Schriftsteller“ und „Alpenkönig“ mal
geliebten, mal geschmähten Ganghofer will künftig der
Ort seiner Kindheit und Jugend, die Marktgemeinde Welden im Landkreis
Augsburg, mit einer Gedenkstätte andeuten. Hier wird auch
der eben gedrehte Film über den 1920 verstorbenen Ganghofer
und seine Zeit im Holzwinkel gezeigt werden.
Eröffnet wird die Ganghofer-Stätte mit einem Festakt
am 7. Juli. Initiiert wurde sie vom ehemaligen Forstmann Günther
Hitzler, 1. Vorsitzender des „Ludwig-Ganghofer-Freundeskreises
zu Welden im Schwäbischen Holzwinkel“. Augsburgs Tourismusdirektor
Götz Beck griff die Idee des Allgäuer Ganghofer-Experten
auf: Mit Unterstützung von Landrat Dr. Karl Vogele, des Naturparks
Augsburg – Westliche Wälder e.V. und der Marktgemeinde
Welden wird jetzt die „Ganghofer-Stätte“ eingerichtet.
Auch die Kreissparkasse Augsburg fördert das Projekt: Der
150. Geburtstag Ludwig Ganghofers trifft sich blendend mit dem
150-jährigen Bestehen der Sparkasse.
Unterstützt wird die Ganghofer-Stätte aber auch von
Irene und Klemens Kugelmann, den Inhabern der Weldener Gaststätte „Zum
Hirsch“, die zwei Räume mietfrei zu Verfügung stellen – beide
sind Gründungsmitglieder des Ganghofer-Freundeskreises. Die
beiden Ausstellungsräume der Gedenkstätte werden künftig
täglich, mit Ausnahme des Montags, geöffnet sein.
Neben
dem bereits erwähnten Film wird ein weiteres didaktisches
Medium der Neuzeit Details zum Leben Ganghofers und zu seiner Familie
näher bringen. Ganghofer-Fachmann Dr. Hermann Volkmann hat
den Text für eine Website geschrieben (www.ganghofer-welden.de),
die auf Ganghofers Spuren führt. Der Internet-Auftritt informiert
auch dazu, dass Ludwig Ganghofers Vater August ein bayerischer
Forstreformer war und von Prinzregent Luitpold mit dem Verdienstadel
belohnt wurde. Der bekannteste Vorfahre dieser Ganghofers war übrigens
der Erbauer der Münchner Frauenkirche, Jörg Ganghofer.
Eröffnet wird die Ganghofer-Stätte am 7. Juli mit einem
offiziellen Festakt im seit 600 Jahren urkundlich bekannten Gasthof „Zum
Hirsch“, von dessen Dachboden der kleine Ludwig Ganghofer
die Hühnereier des damaligen „Rollewirts“ gestohlen
hatte und danach vor Scham „tausend Tode starb“. Für
das begleitende Veranstaltungsprogramm, aber auch für Spaziergänge,
Wanderungen und Radtouren zu Erinnerungen an Ludwig Ganghofer wirbt
die Regio Augsburg Tourismus GmbH schon seit einigen Tagen mit
Broschüren, im Internet (auch unter www.augsburg-tourismus.de)
und mit Plakaten. Deren gibt es sogar zwei: Für eine Open-Air-Performance
des Spielwerktheaters Diedorf mit dem Titel „Waldrausch:
Ganghofer Sensations“ (am 8., 9., 15. und 16. Juli) im Wald
bei Welden wurde nämlich ein eigenes gestaltet. Denn den Walking-Act
im Forst und damit einen völlig „entstaubten“ Ganghofer
will Tourismusdirektor Götz Beck besonders intensiv bewerben.
Evtl. Rückfragen – auch wegen Bilddaten – bitte
an
die von uns beauftragte
context Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Augsburg
Martin Kluger oder Candida Sisto
Telefon 08 21/31 31 62
Telefon 08 21/ 34 32 22- 13
Mail: presse2@concret-wa.de
oder direkt an die
Regio Augsburg Tourismus
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Tourismusdirektor Götz Beck
Telefon 08 21/5 02 07-30
Mail: regio@regio-augsburg.de
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